Märchen aus Avalon – der einnehmende Schatten

Märchen aus Avalon, der einnehmende Schatten    Wood Twillight
Oben am Tor, im Steinkreis, brannte ein Feuer. Dieser Abend gehörte keinem Ritual..zumindest keinem was als solches zu erkennen wäre. Die Frauen der Schwesternschaft saßen zusammen am Feuer, auf herbeigeschafften Baumstämme die bereits leicht erwärmt waren vom Lagerfeuer in ihrer Mitte. Der warme Schein tauchte alles in ein weiches orangenes Licht,malte Schatten auf die Steine hinter ihnen. Der Himmel war klar und duftete bereits nach dem ersten Schnee. Frauen und Männer allen Alters waren um das Feuer versammelt, genossen die Wärme dieses Elementes.In der Luft hing der erste Geruch von Schnee und Eis. Die Frauen unterschiedlichen Alters rückten zusammen als alle saßen. Die Funken ,die vom Feuer aufstiegen, vereinigten sich mit den Sternen.“Ich will euch eine Geschichte erzählen und hört gut mit dem Herzen und eurer Seele zu. Vor langer Zeit lebte in unserer Bruder und Schwesternschaaft ein Mädchen. Sie war herzensgut, hörte allen zu die bei ihr Rat suchen. Sie konnte heilen und verstand sich mit Steinen ebenso so gut, wie mit den Tieren des Waldes und den Menschen. Wie jeder Mensch auch besaß sie einen Schatten, Er war immer bei ihr und teilte zu Anfang noch Freud und Leid mit ihr. Doch nach einiger Zeit belästigte sie ihr Schatten. Mischte sich in alles ein was sie tat, fragte sie ständig was sie da tat . Kurzum, ihr Schatten entzog ihr Kraft. Albald wurde die damalige Schwanenfrau auf sie aufmerksam.

Als das Mädchen bei ihr war zog sie um sie beide einen heiligen Kreis aus Nebel und verbarg sie vor dem Schattenmädchen. Dieses, da nun kurz abgetrennt, begann Unwahrheiten über sie zu verbreiten und schadete so dem Mädchen noch mehr. Die Schwanenfrau sah sie an. Seufzte schwer.“Mein Kind…“sprach die schöne Frau, gekleidet in Federn des Schwanes,“dein Schatten ist nicht mehr dein Freund und Verbündeter. Er schadet dir und nimmt dir deine Kraft. Schau, ganz dünn und durchscheinend bist di.“ Verwundert betrachtete das Mädchen sich in einem kleinen Teich und erblickte was die Schwanenfrau meinte. Dünn und blass war sie, ihre Augen voller Müdigkeit.“Was kann ich tun?“ fragte sie die schöne und weise Frau voller Angst. „Schütze dich. Sage Nein zum Schatten und trenne dich von ihm. Wenn du dich heilst durch Meeresluft und Höhlenkühle, dann lässt dein kranker Schatten von dir ab und an deiner Seite entsteht ein neuer.“Betroffen blickte sie auf ihr Spiegelbild.“Lehrt es mich bitte..“ Da sie gebeten hatte unterwies die weise Frau, von der es hiess sie stamme aus der Anderwelt, in den Künsten des Schützens. Sie lehrte einen Kreis um sich zu ziehen, Nein zu sagen und nicht ihre Energie immer nur an andere zu geben. Sie lernte ihren Körper kennen, ernährte ihren Geist durch Zuhören und beobachten in der Stille. Sie saß am heiligen Brunnen in Inys Wydrin und trank das Wasser , das heilig war und bis heute ist.

Der Schatten indess, war angeschwollen und aufgedunsen, denn es bekam keine Energie mehr. Immer wieder versuchte er das Mädchen anzusprechen , bat es um Hilfe, selbst zu Zeiten wo die junge Frau unterwegs in die Dörfer war um anderen zu helfen. Ihr fragt mich Schwestern, warum half sie noch? War das nicht entgegengesetzt zur Weisung der Schwanenfrau? Nein. Sie hatte nur das richtige Maß gefunden und sagte auch zu manchen Nein oder liess sie selber auf Antworten zu ihren Problemen kommen. So wuchs das Mädchen zur Priesterin heran und wenn es Kraft suchte, ging sie in die Höhlen und genoss die Schönheit und den Gesang der Steine. Sie war so stark geworden das sie dem Schatten sagen konnte das er von ihr fortbleiben könne. Sie hatte die Grenze gezogen und das, was ihr nicht mehr gut bekam, abgetrennt.
Was sie nicht bemerkte war das an ihrer Seite ein neuer Schatten geboren war. Ein neues, kraftvolles Schattenselbst. Der kranke Schatten nahm Abstand von ihr und zog hinaus in die Dunkelheit einer kühlen Winternacht…und ward nie wieder gesehen oder gehört.“

Ende

by Veleda Alantia

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