Im Schrein


In rot und weiß,
der traditionellen Farben der Miko,der Schreinpriesterin, betrat sie das Heiligtum der Göttin. Der Geruch der Blumen aus den umgebenden Garten war üppig,berauschend und erhebend. Beruhigte ihre von inneren Stürmen aufgepeitschte Seele.

Als sie das Torii,das Geister-Tor durchschritt ,hatte sie sich selbst versprochen ehrlich vor sich und der Göttin zu sein,die hier beschlossen hatte sich eine Heimstatt auf Erden zu nehmen.

Bevor sie den Tempel betreten hatte wusch sie sich die Anhaftungen des Alltags in dem heiligen Brunnen ab mit dem kalten klaren Wasser,gespeist aus der Quelle.

Der Rauch stieg in sanften Spiralen zu den Kamis empor.Ihr Rauchopfer das kräftig duftend mit den Geistern der Pflanzen sie beruhigte.

Im Zazen hatte sie verweilt um die Ruhe zu suchen.Wie lange war es her das sie hierher gekommen war? Ein ganzes Menschenleben bestimmt…

So zumindest fühlte es sich für sie an. Der Tempel war Repräsentation der Göttin und der heiligen Natur…als eine die den Weg der Götter seid Jahren gelebt hatte brauchte sie nicht zwingend diese äussere Form. Die Natur war in ihr..und umgekehrt.Selbst an einer Strassenkreuzung hätte sie zur Göttin sprechen können…dieser Ort jedoch war besonders. Vor der Statue der Göttin ,am Altar der die Erde war kniete sie voller Demut .

Voller Liebe ,Vertrauen in alles was lebte ,leben würde und gelebt hatte sprach sie :

“Grosse Mutter,

Kami des Sonnenlichtes,

Kami des Windes,

Kami des Reisfeldes,

Kami der Webstühle,

Kami des Wortes,

Kami der Pfirsichblüte, ich bin hier da ich deinen Ruf vernommen habe. Ich habe versucht dir zu entkommen doch überall warst du zu sehen.In vielen Gesichtern offenbartest du dich.Mein Weglaufen erzürnt dich nicht..im Gegenteil voller Liebe nahmst du mich zurück.Durch jedes Torii-Tor gehe ich…”

sprach sie in den Rauch und sang auf die Art wie ihre schamanische Lehrerin es sie vor Urzeiten gelehrt hatte.

“Rot wie das Blut,

der edle Kampf bist du,

weiss wie der Schnee auf deinem heiligen Berg ,

schwarz wie die Erde in der Tiefe bist du.

Der ewige Tanz ist dein.

Wie eine Blüte auf dem Wasser ..deine Heiligkeit.”

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6 thoughts on “Im Schrein

  1. Sólveig says:

    Oh sehr sehr schön! 😀 😀 😀

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