Im Garten der Göttin (II)

Als die junge Frau zum zweiten Mal ihren Geist auf Reisen schickte war sie an den Klippen einer Insel.

Unter ihr fühlte sie die tiefe Kraft der Wellen ,auf dem Boden dem sie stand spürte sie die ruhige Kraft der Erde.

Die Luft roch nach Blüten und weiße Apfelblüten tanzten im Wind.

Wieder hatte die Göttin eine andere Gestalt. Ihr Haar war silbrigblond,ihr Kleid war wie ein Saphir und silberne verschlungene Knoten waren als Zier und Zauber eingewoben.

Ein kleiner rauchender Kessel erschien vor ihr und sie bat die junge Frau sich dazu zusetzten.

“Dies ist die Heimat vieler meiner Töchter und Söhne. Jene welche meinen Ruf hören und einen Weg der Priesterschaft folgen der nicht das sein muss was sich andere dadrunter als Bild malen.”

Die junge Frau schwieg.

“Aber…sind Priester denn wichtig?”

“Ja und Nein. Ein jeder der den alten Weg geht,lebt seine eigene Form davon.Nur wenige können tatsächlich einer Gemeinschaft dienen. Statt an altem sollten neue Formen entstehen und das tust du zum Beispiel,Tochter von Erde und Meer.”

Salzige Luft vermischte sich mit eem Duft des erhitzen gusseiserern Kessels.

“Dann wozu das alles?”

“Weil ihr es immer wart. Nicht jederkann dem Ruf folgen. Es erfordert Hingabe an das unberechenbare. Aufmerksamkeit für den jetztigen Moment. Phantasie und Vertrauen. Und ganz wichtig ist die Erdung. Wer so stark mit uns verwoben ist brauch eine Kraft die alles überwinden kann. Selbsterkenntnis und den Weg dahin. Du weißt selbst das ich jene hart prüfe die ich liebe und doch verlange ich nur das ihr euer Leben lebt.’

Die junge Frau verstummt. Denkt an ihre dunkle Zeit.Ihre Prüfungen die nie enden.

“Selbst wenn du scheiterst lernst du. Es gibt weder einen richtigen Weg noch Zeit. Alles ist jetzt.”

Advertisements

Das Märchen vom Kreis der Träume (Märchen aus Avalon VI)

Diese Geschichte erfuhr ich von einer alten Priesterinnenmutter auf der Insel der Nebel im heiligen See. Es war Frühsommer und das Fest der Hoch-Zeit und der Feuer rückte sehr nah…

Es war zu einer Zeit als noch reger Austausch zwischen den Welten und ihren Bewohnern stattfand. Es gab wenig Worte die trennten und mehr das verband.

Eine junge Schülerin der alten Priesterin Morraghan lauschte den Geschichten die ihr ihr Lieblingsbaum erzählte.

Sie war sich sehr unsicher über sich und ihren Weg.Alle anderen schienen sich so sicher und gefestigt.Nur sie wars nicht und das bereitete ihr Angst und setzte sie unter enormen Druck.

Der Baum konnte ihr auch keinen Rat geben und so verstrichen die Tage und Nächte ohne das sie sich traute Hilfe zu suchen. Alpträume befielen sie bis die Angst Teil ihres Lebens war.

Die Priesterinnen und Priester berieten sich an Neumond über jeden einzeln und sie berieten sich was sie gegen die namenlose Angst der jungen Novizin machen konnten.

Eines Morgens wurde sie zum Steinkreis auf dem Hügel der Insel geführt.

Sie sollte sich an einen der uralten Steine setzten und warten.

Eine der Waldpriesterinnen kam zu ihr.Einen Korb voller Garn,Holzstäben und kleinen Stücken Kräutern und Steinen und Federn trug sie in ihren Armen. Es war grosse Medizin des Waldes und der Naturwesen.

“Tochter ,wir sahen deine Angst und haben uns lange beraten wie wir die helfen können. Doch hat uns die Göttin gesagt das du dir nur selbst helfen kannst.”sagte sie sanft und stellte ihr den Korb hin. “Mach aus den Stäben einen Kreis und aus dem Garn flechte ein Netz. Dies ist eine heilige Aufgabe und dieser Kreis der Kraft wird dir neuen Mut geben.” mit diesen Worten ging die Priesterin und liess die junge Frau allein.

Sie machte sich an die Aufgabe und merkte bald das es nicht so einfach war. Es brauchte Geduld und die hatte sie nicht. Die Angst ungenügend zu sein griff an ihr Herz.

“Mutter,hilf mir!” rief sie unter Tränen die in das Gras fielen und in die Erde einzogen.

Ein sanfter Ton weckte sie aus ihrem Frust und Ohnmacht. Ein Kreis aus vielen Gestalten stand um sie.

Eine Häsin mit dem Sternensymbol Arianrhods der Weberin auf der Stirn,

zwei Wildschweine der grossen Göttin und Hexe Cerridwen,

ihre eigenen Verbündeten Eule und Häsin sowie ein weißer Hirsch und Raben.

Alle sprachen ihr Mut zu. So begann sie zitternd ein drittes Mal und wob den Kreis der Träume.

Müde und erschöpft fand sie die Priesterin des Waldes. Sie war stolz auf die Novizin.Sie hatte ihren Weg gefunden,ihre eigene Kraft.

Der Kreis geriet bald in Vergessenheit sowie die heilige Insel der Göttin und ihre Töchter.

Doch nun kehrt die Zeit wieder und die Kinder der alten Götter weben vom neuen einen Kreis der Kraft.

Ende.

Spirit II

Heimat.

Ein Wort und Ort der umtreibt.

Scheint für viele verborgen in einem Nebel.

Umherirren.Von einem zum anderen sinnen.

Ist der Ort greifbar?

Ja und Nein.

Er ist am Meer, im heimischen Hain,auf der Arbeit. Sogar im Bus.

Der Ort ist im Herzen. Hinter den Nebeln aus alltäglichen Sorgen und Schmerzen.

Meine Schwestern,

meine Brüder , dort und an jedem Ort finde ich euch.

Gemeinsam weben und leben wir an etwas zeit und ortlosem. Es ist der Kraftort,uns allen unter anderem gemein.

Sie,die Göttin,Mutter ,Herrin des Sees wacht in der Nacht, verteilt wissend schwere Aufgaben und ‘Macht’.

Er der Gott, der Vater ,Sohn und Lehrer ,König des grünen Waldes, wacht über den Tag. In Efeu und Eiche.