Der verlorene Tempel

V.A.N.A (NB)

Still und verlassen ,halb übersehen,kaum zu sehen,ruht der Tempel im verlassenen Hain.Schweigen wird nun sein neues Lied sein. Wo einst Stimmen mit den heiligen Liedern sich erhoben,streiten,Tanzen,diskutieren,rauscht nun noch das Lied der Bäume und in ihnen klingen die Träume.

Die Säulen bar,das Heiligtum zerbrochen und nicht mehr da.Der Quell vergessen,der Baum der einst die Welten hielt,gefällt.Die Kinder sind fort.Stille und Erinnerung hüllt ein diesen Ort.

V.A.N.A (NB)

Bar steht er da.Nichts ist mehr und kann sein wie es war.In den Steinen sind noch zu hören,die Stimmen der Priesterinnen und Priester,Brüder und Schwestern,die das Lied der alten Götter singen. Wann werden sie verklingen? Das Räucherwerk ist fort,Schweigen herrscht wo der Tanze war,jetzt an diesen Ort.

V.A.N.A (NB)

Und doch ist auch Hoffnung im Stein.Ein letzter Duft ,ein gehauchter Reim.Zauber gewoben von Hand,so gingen sie von dort fort.Doch das Heiligtum,ihr Sein,das nahmen sie in ihren Herzen mit. Lebten verborgen an den Feuern,in Straßen. Unerkannt vielleicht haben sie sich doch wieder gefunden.

Und die Lieder singen wieder,Räucherwerk erfüllt die Luft, Zauber werden Hand in Hand neu gewoben,diskutiert und gelernt.

Von der einfachen Magie (eine Low Budget Geschichte)

Raindrop , V.A.N.A (NB)

Regen prasselte sanft gegen die Fensterscheiben als die junge Frau ihren Geist auf Reisen schickte.

Sie erwachte in einem Haus mit Lehmwänden.Spiralen zierten die inneren Wände. Ein sanfter aromatischer Duft von Heu und Kräutern lag in der Luft. Sie erhob sich vom einfachen Bett und betrachtete die Altarnische.Ein schwarzer Stein und din unregelmäßiger,fast matter, Bergkristall lag dort.

“Viele der großen Mysterien sind mitten im Alltag verwurzelt.Es gibt Zeiten großer Kraft und Rituale doch sind genauso die anderen Zeiten von wert.” sprach eine ältere Frau.Sie trug ein einfaches Leinengewand mit einem dreifach verwebten Gürtel.Um ihrem Hals hing eine Kordel mit ein paar Nüssen und Schalen die leise raschelten. “So ist es,Herrin.Wer seid ihr?”

“Ich bin die,die dich heute begleiten wird.”sagte sie mit einem erfreuten Glitzern in den Kornblumenblauen Augen. Die junge Frau folgte ihr hinaus. Draußen saßen die Frauen.”Viele denken das Priesterinnen nur müßig rumsitzen und träumen.” “Oh,ein Irrtum.Jede Tätigkeit kann zu Magie werden und ist an sich bereits ein Gebet an die große Mutter und die Götter.”

Eine Frau um die dreißig stand an einem Kessel.Ein aromatischer Duft stieg auf.Der Magen der jungen Frau knurrte was ihre Führerin lächeln liess.”Schwester,es ist nicht verkehrt Hunger zu haben.Es gibt Nahrung des Körpers und für die Seele.Viele nähren nur ihren Körper,vergessen aber ihre Seele darüber.Harmonie,Oben und Unten,das ist das ganze Geheimnis.Sieh nur,im Kessel,oder auch im Topf,ist der Kreis der Göttin.Das Wasser,erhitzt durchs Feuer,verändert,verwandelt das essen.Kräuter und Gemüse,Gewürze,und auch Fleisch und Fisch,beeinflusst sich.Es ist toll im Ritual die Göttin zu verkörpern oder den Gott ,doch sind diese einfachen Handlungen nicht minder magisch. Ihr engt euch ein mit Regel.Lebt.Webt eure Magie nach euren eigenen Regeln.Achtet das einfache genauso wert.Webt,tanzt,singt.Heilt euch auf einfache Weise,denn alles greift ineinander.” Diese Worte der Führerin waren so einfach und doch so herzöffnend.

Eine andere Frau trat mit Klanghölzern dazu.In denen waren Runen eingeritzt um ihre Kraft und Verbindung anzuzeigen.”Hört das Lied der Natur.Sie singt mit unendlichen Stimmen und Farben.Die Erde singt,die Sterne,das Werden und vergehen der Jahreszeiten.Alle naturnahen Instrumente sind heilig und heilen.”

Ein Rabe setzte sich auf einen stehenden Stein. Krächzte laut. “Tochter der Göttin,achte auf die einfachen Wege.Sie sind nicht schlechter als die Sternenmysterien.Nur Anders.Wie oben so auch unten.Geh mit dem Segen der Insel der Göttin.Komme wieder;Schwester umKraft zu finden,wann immer du sie brauchst.”

Treffen mit dem Fuchsgeist

via Nikuz Gatterer (FB)

Ein steter Trommelrhytmus trug den Geist der jungen Frau in die Anderswelt. Eule und Rabe trugen sie noch weiter,mitten in eine gemütliche antike Buchhandlung.

Ein Mann mit fein geschnittenen Wangenknochen,mit dunkelroten Maßanzug,den die Runen Dagaz und Fehu schmückten,empfing sie. Bei ihm lag ein Wolf zu Füßen,während er die langen Beine in Richtung einer Feuerschale ausstreckte.

Sein Lächeln war umwerfend.”Wie schön,ich war mir nicht sicher ob du meiner Einladung folgen wolltest.Hela mein Kind,bringst du unserem Gast etwas Met?” Doch verneinte die junge Frau.”Mit tiefstem Dank muss ich ablehnen,feuriger Trickster.”

Das liess den Gott des Gestaltveränders lächeln.Ein verruchtes,sinnliches Lächeln.Seine Augen fingen an zu glimmen..”Du hast meinen Respekt,Freyastochter..und Odinskind.Nun denn,höre zu und schreibe nieder was ich dir zu sagen habe..Das Chaos ist nicht was es zu sein scheint.Wir,die Götter und Wesen hinter den Göttern sind nicht das,was wir zu sein scheinen.Es gibt ein offensichtliches Sehen und ein wahres erkennen. Kultiviert euch darin das ihr beides seid.”

Dagaz leuchtete auf an seinem Anzug.”Dir als Seherin fällt es leicht.Helfe zu sehen. Zu finden.”Dann trank der Gott etwas gesüßten Mokka.”Geh nun zurück,Tochter.Denke dran,du und deine Geschwister seid gesegnet von allen Mächten.”

Sie erwachte als sich ein Arbeitskollege neben sie setzte und ansprach.

Wochenrune

Das Gleichgewicht ,

Tag und Nacht,

Innen und außen.

Das ist Dagaz.

Diese Rune erinnert uns das wir im Gleichgewicht sein können.Es ist schwer zu erreichen denn das Leben in uns wird immer schneller. Die Folgen sind uns allen bekannt.

Das innere und äußere gehören zusammen.

So kann es auch sein das das Leben und jetzt sanft schubst das wir gewisse Kräfte,die wir die letzten Monate oder Jahre gepflegt haben ,unsere Kraft durch Rituale im Alltag und Seelenreisen,endlich leben sollen.

Jetzt ist die Zeit.Die Welt und Welten warten darauf. Das erfordert Mut,ganz klar. Doch atmen wir durch,fühlen unsere Wurzeln,die Unterstützung der anderen Seite,dann können wir das erreichen.

Sei willkommen Dagaz )0(

Runenkarten von Nadja Berger/SamtStein

Runendeutung von mir.

Im Park (Alltagsmärchen I)

Die Frau mit den schwarzen Rabenfedern saß an einem Kohlebecken,aus dem süß duftender Rauch nach Salbei und Lavendel die Luft reinigte.Sie saß ihrer Schülerin gegenüber.“Erzähl mir,was du erlebt hast,meine Tochter.Dadurch trittst du ein in den Kreis der Bardinnen und Geschichtenfrauen.Erzähle sie so,wie sie aus deinem Herzen kommt.“Die junge Frau legte sich einen grauen Mantel an,auf dem ein schwarzer Rabe und eine Eule zu sehen war.Kurz bat sie die Göttin der Inspiriation ,sowie die Götter des Windes um Beistand.Dann begann sie zu erzählen…

Die Woche war heiß und drückend gewesen.Alles litt unter der Hitze der Sonne,besonders das Land und die Tiere. Es waren anstrengende Tage gewesen,Tage die den Geist nicht ermutigen zu reisen.

Die junge Frau packte ihren Reisealtar in eine Tasche.In der Nacht hatte sie in einem Traum einen Ruf gehört.Nun war es an der Zeit,ihm zu folgen.Wie jedesmal ergriffen sie Ängste.Was würde sie da finden? Was hatte dorthin gerufen? Und konnte sie es schultern,was sie rief?

Ihr Freund holte sie ab und gemeinsam fuhren sie zum Krankenhaus.Es war ein Ort der jeden Menschen mit seiner eigenen Magie begrüßte.Mohn blühlte in zartem Blüten und doch knalligen Rot,Hopfen und Brennessel und in der Mitte,aus Wein und Rosen,erwartete sie das Labyrinth,das erst vor zwei Jahren angelegt war. Mit einem Kuss veranschiedete sie sich und begann,mit nackten Füßen,dem gewundenen,mit Torf bedeckten Pfaden entlang zu gehen.

In sich versunken kam ihr eine ältere Frau entgegen.“Es ist so schade das die Insekten fehlen.Ich musste einfach raus.Anscheinend ists bei mir was schlimmes.“Die Frau war blass und nervös.So wühlte sie in ihrer Tasche und fand einen Stein den sie mal woanders aufgelesen hatte.“Hier,nehmen sie das und halten sie sich daran fest,wenn die Angst sie aufressen will.“ Verwundert sah die ältere Frau in die Augen der jüngeren und was immer sie da erblickte,liess sie aus Dankbarkeit weinen.

Nun näherte sie sich dem Herz des Labyrinthes.Der Ort war ungleichmäßig rund,doch herrschte in ihm Stille wie in einem Hain.

Sie baute einen kleinen Kreis aus Steinen,legte drei gesammelte Blüten als Dank und begann zu singen :” Wir alle kommen von der Göttin,und zu ihr kehren wir zurück,wie ein Regentropfen der sich mit dem Meer vereint…”

Als die junge Frau geendet hatte hörte sie ein paar Raben schreien.In ihrem Ruf fand sie dle Antwort,die sie hergetrieben hatte.

Sie verliess in Stille das Labyrinth und berührte am Ausgang die schlafende Göttin im Stein.

Ende.

(Märchen und Bilder von mir selber geschrieben und geschossen).

Wo ich bin…

V.A.N.A (NB)

Da,wo ich bin,im Strom von Menschen,in überfüllten Straßen,Bus oder Zug,kann ich sie spüren,das Brennen der heiligen uralten Glut.Den Rhytmus der Zeiten von Mond und Meer.

Da wo ich bin,lausche ich geflüsterten Worten im Wind,der Duft nach Räucherwerk,inmitten einer Kreuzung.Den Ruf des Raben,mich zu erinnern,wie nah ich euch bin.

Da wo ich bin,ist die Verbindung,mein Altar,was ich euch schenken kann,ist bereits da.Muss es nur finden und in Schönheit und Kraft und Mut zusammenbinden.Mein Zauber wird zum Lied,das der Wind mit sich zur heiligen Insel,umgeben vom Meer,davon trägt.

(Gedicht und Bild von Nadine Böttcher,V.A.N.A)